Wenn der Höllenhund knurrt oder warum Deutsche Bank und Commerzbank heiraten (müssen)

Wenn der Höllenhund knurrt oder warum Deutsche Bank und Commerzbank heiraten (müssen)

Was geht mich mein Geschwätz von gestern an? Natürlich sehr viel, war ja immerhin meine feste Meinung. Aber ändern sich die Zeiten, muss sich auch eine Meinung anpassen dürfen. Starrsinn führt an der Börse zu Löchern im Geldbeutel.

Ich hätte bis heute Morgen noch jeden Eid geschworen, die Commerzbank und die Deutsche Bank kommen niemals zusammen, weder als Fusion, noch als Übernahme, noch weiß der Teufel auf was für seltsamen Wegen.

Bis jetzt war ich ziemlich sicher, dass es nichts bringt, wenn sich zwei Fußkranke auf den Weg machen, eine gesunde Bank zu werden. Das kann nie und nimmer funktionieren. Dachte ich.

Nun hat aber der Höllenhund laut und vernehmlich geknurrt. Der Schlüssel-Investor bei der Deutschen Bank, aber auch bei der Commerzbank, nämlich der Fonds Cerberus, wird in der Branche als „Höllenhund“ bezeichnet wegen seiner rigiden Sanierungsmethoden.

Und Cerberus, so eine Meldung heute Morgen aus dem Handelsblatt, hat seine bisher ablehnende Meinung einer Fusion oder Übernahme grundlegend geändert. Will heißen: Cerberus forciert nunmehr ein Zusammengehen der beiden Institute, in welcher Form auch immer.

Cerberus der Höllenhund, hat aber nicht nur vernehmlich geknurrt, sondern im Hintergrund auch Strukturen geschaffen. Der Fonds ist nicht nur „bloß“ an der Deutschen Bank beteiligt, sondern berät die Blauen auch strategisch. Vor allem ist der Sinneswandel bei Cerberus auf die wachsende Einsicht zurück zu führen, dass sich der rasche technologische Wandel in der Branche nur mit vereinten Kräften bewältigen lässt.

Der Bund, der an der Commerzbank rund 15 Prozent hält, würde ein Zusammengehen lieber heute als morgen sehen.

Also, die Deutsche Bank wird die Commerzbank heiraten. Oder die Blauen und die Gelben werden auf anderen Wegen zusammenkommen. Sicher ist seit heute, dass sie es werden. Das sehe ich zumindest so und der Name wird voraussichtlich „Deutsche Commerz“ lauten.

Apropos laut. Wir wissen genau, dass an der Börse in der Regel zum Einstieg nicht geklingelt wird. In diesem Fall bimmelt es aber mächtig. Und wie.

Bleiben Sie mir gewogen, ich bin es auch.

Über Anregungen für Themenvorschläge freue ich mich sehr.

Stets, Ihr
Reinhold Rombach
„Börsebius“