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Wehret dem Kleingedruckten… Oder warum die europäische Einlagensicherung zu Lasten des deutschen Sparers gehen wird…

Wehret dem Kleingedruckten… Oder warum die europäische Einlagensicherung zu Lasten des deutschen Sparers gehen wird…

Der Holzwurm (Hylotrupes bajulus), auch Balkenbock oder großer Holzwurm genannt, braucht so manches Jährchen, bis er einen edlen Schrank so richtig durchgefressen hat. Sind die Löcher dann allerorten, ist auch der Verursacher schließlich ruchbar.

Nur, hin ist dann hin.

Derart Getier scheint mir auch in der Europäischen Kommission am Werke gewesen zu sein. An der Europäischen Einlagensicherung wurde anscheinend in aller Stille so lange rumgefressen, bis der Schrank Europa sturmreif geschossen wurde.

Wir erinnern uns: Bisher haben die Deutschen eine EU-Einlagensicherung strikt abgelehnt. Jedes Land solle bitteschön selbst seine Sparer schützen und auch notfalls retten.

Viel Kleingedrucktes hat derweil die Seiten gewechselt und das lange Bohren dicker Bretter hat sich anscheinend gelohnt.

Der bisherige neue Entwurf der EU Kommission sieht nun vor, in einem mehrstufigen Verfahren ein sogenanntes „European Deposit Insurance Scheme (EDIS)“ zu schaffen. Erster Schritt: Die nationalen Einlagensicherungsfonds werden verpflichtet, sich im Notfall gegenseitig mit rückzahlbaren Liquiditätshilfen zu unterstützen. Zweiter Schritt (soll später kommen): Die nationalen Einlagensicherungssysteme sollen zu einem gemeinschaftlich haftenden europäischen Sparerfonds zusammengefasst werden.

Also, die europäische Einlagensicherung wird kommen und die Deutschen werden ihre bisherige rigorose Haltung meines Erachtens mehr oder weniger kampflos aufgeben. Böse Zungen bezeichnen das hinter vorgehaltener Hand auch als Ursula von der Leyens Bauernopfer.

Das kann man „Folget dem Sachzwang“ nennen (auch die Deutsche Bank und die Commerzbank könnten ja mal Pleite gehen und nicht nur die bisher immer genannten südeuropäischen Institute), aber am Ende bleibt die Gefahr, daß es an den Geldbeutel deutscher Sparer geht, die von der Politik – mal wieder – zur Kasse gebeten werden. Ohne gefragt worden zu sein.

Bleibt noch die Vollzugsmeldung des hylotrupes bajulus oder wer auch immer fürs Bohren der dicken Bretter zuständig war. Auftrag ausgeführt.

Nur, hin ist dann hin.

Bleiben Sie mir gewogen, ich bin es auch.
Über Anregungen für Themenvorschläge freue ich mich sehr.

Stets, Ihr
Reinhold Rombach
„Börsebius“