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Reich oder arm mit Megatrends? Oder warum Wasserstoff-Aktien spannend und schwierig zugleich sind

Reich oder arm mit Megatrends? Oder warum Wasserstoff-Aktien spannend und schwierig zugleich sind

Wer an der Börse die richtigen Megatrends erschnüffelt, kann steinreich werden, wie etwa diejenigen die von Anfang an bei Google, Apple oder Facebook dabei waren.

Das geht natürlich auch anders herum wie etwa bei Wirecard. Hier ging der Irrglaube gründlich schief, man müsse nur einem hippen Unternehmen vertrauen, das der Branche zeigte, wie man im Zahlungsverkehr den Hammer rausholt und ihn gründlich revolutioniert. Das vorläufige Ende kennen wir ja alle und ich will da jetzt auch nicht weiter darauf herum hacken.

Ich selbst habe vor einer halben Ewigkeit die Aktie der Deutschen Post als Megatrend Aktie zum Kauf empfohlen mit der Begründung des in Zukunft stark wachsenden Internethandels. Der Kurs war damals noch gut 10 Euro und auch hier kennen wir das gute Ende der Geschichte. Leider gibt es heute immer noch Analysten, die die Aktie zum Kauf empfehlen und das auch noch mit der gleichen Begründung: „Der Internethandel steigt!“ Na, sowas. Sie sehen also, es kommt durchaus sehr darauf an, wann einer im Megatrend den Schuss setzt.

 

Megatrend Wasserstoff

Seit einigen Wochen kreise ich um das Thema Wasserstoffaktien wie die Katze um die Maus und denke mir, dem Thema muss ich mich doch intensiv nähern und genau das will ich auch tun.  Und erst recht will ich meine Leser daran teilhaben lassen.

Wenn es denn noch eines wirklichen Beweises bedurfte, daß es sich bei Wasserstoff um einen sehr zukunftsträchtigen Megatrend handelt, dem mögen die Milliarden Summen einen wichtigen Hinweis geben, den Regierungen weltweit in die Förderung der neuen Energietechnik stecken.

Dieser Beweis lässt sich auch anders führen, so verrückt er auch ist. Der Lastwagenhersteller Nikola Motors ist eigentlich noch gar keiner, will aber mit Wasserstoff LKW den Markt revolutionieren. In aller Dürre heißt das: kein Cent Gewinn bisher, geschweige denn irgend ein Cent Umsatz. Und doch ist das Unternehmen an der Börse mit rund 60 Milliarden Euro bewertet. Eine Wahnsinns-Summe für nix als Hoffnung.

Die Hoffnung lautet also: Wasserstoff löst nach über hundert Jahren fossile Brennstoffe als Energietechnik ab.

Die Wahrheit aber lautet genauso: Bis heute ist die Wasserstofftechnologie nicht profitabel. Firmen die bisher ausschließlich auf Wasserstoff „machen“, erwirtschaften nur Verluste und keine bis marginale Umsätze.

 

Im Moment würde ich also meinen Schwerpunkt auf Unternehmen setzen, die – neben Wasserstoff – auch Gase können und auch schon ihre Expertise unter Beweis gestellt haben. Dazu gehören Air Liquide und Linde. Die beiden Unternehmen habe ich in der unteren Liste in grün eingefärbt.

Bei den anderen Aktien in rot würde ich dagegen – noch – einen größeren Bogen machen.

 

Die Wasserstoff-Aktien-Ampel: Viel Hui, aber auch viel Pfui

Bei der Beschäftigung mit dem Thema habe ich mir überlegt, für meine Leser als besonderen Service Die Wasserstoff-Aktien-Ampel zu erfinden, was hiermit geschehen ist.

Grün finde ich gut. Orange naja, und rot bitte unbedingt meiden. Die Ampel wird auch fortlaufend aktualisiert.

Air Liquide

Linde

Nel ASA

Powercell

Plugpower

Ballard Power

ITM Power

Nikola Corp.

 

Fazit: Wasserstoff hat das Zeug zum Megatrend. Ja klar. Allerdings ist noch sehr viel Hype im Markt und zu wenig Konkretes. Und Geld verdienen mit dem Zeugs ist für die Unternehmen bisher noch heftige Zukunftsmusik. Bei den Aktien ist alles drin. Rauf wie runter. Himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt. Inklusive Finger verbrennen.

 

Bleiben Sie mir gewogen, ich bin Ihnen ebenso verbunden.

Über Anregungen für Themenvorschläge freue ich mich sehr.

Stets, Ihr

Reinhold Rombach

„Börsebius“