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Que Sera, 2019, oder das Jahr ist noch so lang.

Que Sera, 2019, oder das Jahr ist noch so lang.

Da bin ich wieder, Winterschlaf vorbei. Einen guten Mittwochnachmittag wünsche ich Ihnen allen.

Potzblitz, da hat sich doch eine Menge ereignet im noch frischen Börsenjahr. Erst machte der DAX das, womit er im Dezember aufhörte: er fiel erst mal kräftig. Also Tristesse pur.

Dann aber, und wenn Du denkst, es geht nix mehr, kommt von irgendwo die Notenbank her. In diesem Fall war es die Federal Reserve. Deren Chef Powell machte den Anlegern wieder Mut, vermutlich gäbe es nun doch nur eine Zinserhöhung in 2019. Diese Tatsache sowie Markinterventionen in China sowie Hoffnungen auf ein Ende des Handelsstreits lassen derzeit die Börsianer wieder frohlocken. Die Kurse steigen. Aber steigen sie denn weiter? Das Jahr ist noch so lang.

Fragen wir einfach mal die Experten, was sie dem DAX so zutrauen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung fragte bei den deutschen Banken nach und das Ergebnis nahezu aller war, daß sie für den DAX zuversichtlich gestimmt sind. Irgendwas zwischen 10.000 und 13.000 Indexpunkten sei wohl drin. Je nach Institut. Das mag einen einerseits erfreuen, läßt aber andererseits nichts Gutes über die Prognosequalität und erst recht nicht über die dahinter liegenden Motive vermuten. Wieso ist da nicht eine einzige negative Prognose dabei? Hat es damit zu tun, daß die Bankkunden dann keine Aktien mehr kaufen würden?

Kurzum, mir persönlich wäre es viel lieber, wenn sich ein Experte auch mal traute, zu sagen, daß er dem DAX nicht viel zutraut, das wäre viel ehrlicher. Aber vielleicht ist die Angst vor der Blamage im Rudel zu groß, ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Zugegeben, ich habe auch einiges Grummeln im Bauch gehabt, als ich Apple vor ein paar Wochen in meiner Börsebius TopTen Masterliste zum Verkauf gestellt habe. Das war ja im Nachhinein komplett richtig. Aber, wehe, wenn das nicht „gut geht“, dann ist die Häme schnell des Experten Begleiter.

Zurück zum DAX und den Finanzmärkten. Und den Aussichten für das ganze Jahr. Und hier bleibe ich dabei: Das Jahr ist noch soooo lange und die Sorgenfalten noch soooo tief. Es ist ja schön, daß die Fed dieses Jahr nur noch einmal die Zinsen erhöhen will und daß über eine Einigung im Handelsstreit geredet wird. Aber mehr als reden ist im Moment noch nicht und an weiteren Zinsschritten nach oben, genauer ihrer Notwendigkeit, habe ich eigentlich keinen Zweifel, dann halt im nächsten Jahr.

Nun zu den Negativfaktoren. Erstens Brexit, zweitens Italien, drittens weltweite konjunkturelle Abschwächungstendenzen, viertens Fortsetzung der Gewinnwarnungsserie bei vielen Unternehmen. Fünftens Trump. Das kann meines Erachtens kein Index verkraften.

Fazit: Der Dax wird 2019 nicht abgehen wie Schmitz´ Katze. Mal rauf, mal runter, mal himmelhoch jauchzend, mal zu Tode betrübt. Unterm Strich aber? Der letzte Börsentag in 2019 ist Montag, der 30.Dezember. Dann sind wir alle schlauer. Und vermutlich bescheidener.

Bleiben Sie mir gewogen, ich bin es auch.
Über Anregungen für Themenvorschläge freue ich mich sehr.

Stets, Ihr
Reinhold Rombach
„Börsebius“