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Nachlese zu: Drama, Tränen, Dunkle Zeiten? So gefährdet ist unser Geld

Nachlese zu: Drama, Tränen, Dunkle Zeiten? So gefährdet ist unser Geld

Potzblitz, da scheine ich mit der ersten Kolumne nach dem Urlaub einen Nerv getroffen zu haben. Das Echo hierauf war jedenfalls überwältigend, jede Menge Anrufe, jede Menge Emails. Dafür sage ich erst mal herzlichen Dank und, weil ich denke – daß eine Nachlese hierzu viele Börsebius Leser ebenfalls interessiert, hier eine Auswahl der wichtigsten Fragen und natürlich auch meine Meinung dazu.

Lohnen Goldinvestments?

„Sehr geehrter Herr Rombach!
Schön, dass Sie aus dem Urlaub wieder zurück sind, wir haben ihre Kolumne und Ihre klarsichtige Einschätzung der Situation an den Finanzmärkten schon vermisst.
Eine Frage oder auch ein Themenvorschlag: gehört zu den empfohlenen Sachwerten auch Gold oder andere Edelmetalle?
Bleiben Sie uns auch weiterhin gewogen, mit sehr freundlichen Grüßen und besten Dank, B.W.“

Also, im Prinzip gehören Gold und Edelmetalle selbstverständlich auch zu den Sachwerten. Gar keine Frage. Ich persönlich bin allerdings kein Freund von Gold & Co. Mir missfällt generell, daß die Preisbildung beim gelben Metall eine Blackbox ist. Ein relativ kleine Gruppe macht diesen Preis und von deren taktischen Spielchen will ich einfach nicht abhängig sein.

Darüber hinaus kann der Besitz von Gold im Zweifel verboten werden und das finde ich dann – für ein Krisenmetall – echt nicht lustig.

Aber: wenn schon Gold, dann physisches und bloß keine Goldzertifikate oder ein ähnlicher Schnickschnack, der nur auf dem Papier steht.

Was sind Qualitätsaktien?

„Sehr geehrter Herr Rombach,
Ich bin aufmerksamer Leser ihrer Kolumne, vielen Dank dafür.
Welche Aktie ist für Sie eine Qualitäts Aktie? Mit freundlichen Grüßen Doktor W.“

Oh, ja. So schön der Titel „Qualitätsaktien“ sich anhört, so umfassend lässt er sich auch definieren. Für die einen sind es die sogenannten Dividendenaristokraten, für die anderen Werte mit starker Substanz, andere wieder schwören auf Titel mit einem starken Cashflow oder auf New Economy (was bekanntlich auch ziemlich schief gehen kann, siehe Wirecard…).

Als Anregung oder Mischung aus allem darf ich Ihnen gerne meine Börsebius TopTen Masterliste ans Herz legen, die wird ja glücklicherweise auch von Fall zu Fall neu justiert. Wann? Demnächst. Versprochen.

Kritik an Fonds?

„Sehr geehrter Herr Rombach,
Sie haben aber toll Kraft für Kommendes getankt. Möge sie lange vorhalten.

Die letzte Kolumne hat mich etwas irritiert.
Zum einen empfehlen Sie gute Fonds, haben Sie doch früher eher sich gegen Fonds ausgesprochen.

Zum anderen habe ich nicht verstanden, was damit gemeint ist, wenn Sie maximal 10 (Qualitätsaktien) pro Depot empfehlen. Sollten dann mehrere Depots geführt werden oder nur Aktien von 10 Gesellschaften im Depot liegen? Bitte erläutern Sie mir dies etwas genauer.
Besten Dank für Ihre Mühe und freundliche Grüße Ihr Dr. S.„

In der Tat „schreibe“ ich seit Jahren gegen Fonds an. Vor allem gegen die zu teuren Fonds, also die mit hohen Ausgabeaufschlägen und extrem hohen laufenden jährlichen Kosten. Daran hat sich auch prinzipiell nichts geändert. Das ist das eine.

Auf der anderen Seite haben gute Fonds eine anständige Performance nicht nur deswegen, weil sie anständig gemanagt werden, sondern eben auch, weil deren Kostenstruktur nicht nach oben ausgereizt ist. Also, es ist schon eine gute Idee, ausgewählte Fonds als Kriseninstrument einzusetzen. Und das mit Fug und Recht.

Optimale Aktienzahl im Depot?

Die letzte Frage des Lesers hat so oder ähnlich auch andere berührt. Natürlich meinte ich damit nicht, mehrere Depots haben zu müssen. Es reicht meines Erachtens völlig aus, wenn ein Anleger in einem Depot nicht mehr als 10 Aktien hat. Ich weiß, daß in vielen Depots teilweise deutlich mehr Titel sind.

Das ist allerdings Unfug. Zum einen sehen viele Banker das als Ausweis von Kreativität oder was weiß ich. Ich weiß nur, daß die Risikostreuung eines Depots nicht größer wird, wenn 20 oder 30 Aktien im Portfolio sind. Mit Professionalität hat eine solche Vielfalt auch nichts gemein und verwirrt im Zweifel den Anleger mächtig.

Geht das Geld (wirklich) kaputt?

Echt viele Anrufer äußerten sich recht erschrocken über meine „Zeitplanung“, wie lange das mit dem unverfrorenen Schuldenmachen noch gut geht und der überbordenden Liquidität.

Wie wir alle wissen, sind Prognosen deswegen so unsicher, weil sie in die Zukunft gerichtet sind. Nicht nur einige meiner Leser letzten Mittwoch, auch ich habe mich am Wochenende gründlich erschrocken. Da hat nämlich Olaf Scholz verkündet, daß er im Falle seiner Kanzlerschaft bei den hoch verschuldeten Kommunen einen Schuldenschnitt initiieren wird.

Eine Blaupause für das, was noch kommt? Echt zum Gruseln.

Bleiben Sie mir gewogen, ich bin Ihnen ebenso verbunden.
Über Anregungen für Themenvorschläge freue ich mich sehr.

Stets, Ihr
Reinhold Rombach
„Börsebius“

 

 

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