Deutsche Bank, was nun? Aus dem Reich der Mythen und Märchen.

Deutsche Bank, was nun? Aus dem Reich der Mythen und Märchen.

Vergangene Woche habe ich die alte Regel der Finanzmärkte, die Börse habe immer recht, mit gehörigem Misstrauen zur Kenntnis genommen. Ungeheures war geschehen: Die Deutsche Bank vermeldet einen horrenden Milliardenverlust, auf den es eigentlich nur eine Reaktion hätte geben dürfen: Der Kurs geht runter, muss runter. Alles andere wäre nicht richtig gewesen.

Aber wie wir eben wissen, daß an der Börse alles möglich ist, auch das Gegenteil, erlebte ich staunend, daß auf diese Nachricht der Kurs des deutschen Geldhauses um mehr als 4 Prozent nach oben sprang.

Mittlerweile habe sogar ich verstanden, warum das so kam. Die Märkte honorieren anscheinend die Bemühungen von Christian Sewing, Tabula Rasa zu machen, selbst wenn kein Stein mehr auf dem anderen bleibt. Siehe Milliardenverlust. 5,7 Milliarden im Eimer. Hurra, die Kostenschere zeigt Wirkung. Der Chef liefert. Endlich einer, der draufhaut. Und die Börse jubelt.

Richtig? Mitnichten!

Wer sich die 48-seitige Präsentation zur Bilanzpressekonferenz näher anschaut, kommt ganz schön ins Grübeln. Dort findet sich ungefähr 80 mal das Wort „bereinigt“, und ungefähr 50 das Wort „Sondereffekt“. Und dann gibt es eine wunderbare neue Sprachschöpfung der „Erträge ohne Zinseffekte“, was immer das ist oder sein soll. Wie kann ein Geldinstitut seine Zahlen um Zinsen bereinigen?

Also, es kann schon sehr der Eindruck aufkommen, es wurde solange bereinigt und bereinigt und Sondereffekt um Sondereffekt abgekaspert, bis irgendetwas Lobenswertes dabei herausgekommen ist. Die Märkte jedenfalls sind anscheinend der Sache voll auf den Leim gegangen.

Gut ist nämlich gar nichts. So sind, nur ein Beispiel, etwa die Erträge im Privatkundengeschäft im 4. Quartal um 7 Prozent zurückgegangen. Nach wie vor gilt bei der Deutschen Bank, daß – wie in den Vorjahren – die Erträge schneller fallen als die Kosten, wenn auch weniger stark. Hieraus eine Trendwende abzuleiten oder sogar noch zu bejubeln, ist falscher als falsch.

Der sehr wichtige Bereich Privatkundensparte meldet also immer noch unterirdische Erlösbeiträge und verliert faktisch eine Viertelmilliarde Euro. Da hilft auch die Erfindung einer neuen Kennzahl (um Zinskosten bereinigte Erträge) nicht weiter.

Die Deutsche Bank war einmal ein Mythos. Quasi die gute Stube der deutschen Wirtschaft. Das ist längst vorbei. Jetzt ist mehr Hinterhofmentalität. Trotz des unfassbaren Milliardenverlustes genehmigte sich das Topmanagement der Deutschen Bank Boni in Höhe von 13 Millionen Euro. „Man habe übrigens auf die Hälfte der Boni verzichtet“. Eigentlich wären es 26 Millionen gewesen. So viel Chuzpe ist selten. Was noch bleibt, sind mystische Versuche der Zahlenklauberei. Wenn das mal gutgeht.

Bleiben Sie mir gewogen, ich bin es auch.
Über Anregungen für Themenvorschläge freue ich mich sehr.

Stets, Ihr
Reinhold Rombach
„Börsebius“

 

Tags: Deutsche Bank, Christian Sewing, Milliardenverluste, Erträge ohne Zinseffekte, Kostenschere, Mythos

 

 

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