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Shortseller signalisieren Fortgang der Hausse… Unrühmliche Ausnahme: Wirecard

Shortseller signalisieren Fortgang der Hausse… Unrühmliche Ausnahme: Wirecard

Das ist ja mal eine faustdicke Überraschung. Schaut sich der Beobachter, also ich, die Aktivitäten der Shortseller genau an, dann signalisieren diese in geradezu verblüffender Weise steigende Kurse.

Woran ich das erkenne? Nun, der Anteil der ausgeliehenen Aktien, bezogen auf die gesamte Marktkapitalisierung aller DAX Unternehmen, ist in den letzten vier Wochen gesunken. Der gute Riecher der Shortsteller wird auch bestätigt durch die fundamentalen geopolitischen Entwicklungen. Positive, versteht sich. Entspannung im Handelsstreit, Entspannung beim Brexit, die lockere Geldpolitik wird auch unter der neuen Chefin Christine Lagarde fortgesetzt.

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Shortseller: Fluch oder Segen?

Leerverkäufer sind das Krebsgeschwür der Finanzmärkte, Verbrecher, Strauchdiebe. So schimpfen deren Gegner. Leerverkäufer, auch Shortseller genannt, decken lediglich Probleme auf, die ein Unternehmen bereits hat, aber der Markt noch nicht kennt. Sie leisten somit einen wertvollen Nutzen für die Allgemeinheit, so die Befürworter.

Ein Glaubenskrieg? Kann sein. Für mich ist ausschließlich die Frage interessant, ob ich mit Shortseller-Analysen meinen Lesern einen Mehrwert bieten kann. Ich bin überzeugt davon, dass das kluge Ausnutzen der Shortseller Aktivitäten eine prima Sache für den Anleger sein kann. Die smarten Jungs hören eben oft das Gras wachsen oder riechen vice versa nicht selten den faulen Braten.

Wenn sich Leerverkäufer einer Aktie „annehmen“, also short gehen, kann dies ein klares Indiz sein, den Wert zu meiden. Oder ihn zu verkaufen. Ebenso spannend ist aber, wenn die Shortseller das Interesse an einem Titel verlieren, also gewissermaßen von ihm „ablassen“. Hier ist es nicht verkehrt, an einen Kauf dieser Aktie zu denken.
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Natürlich ist nach wie vor der Blick auf Einzeltitel total spannend und interessant. Nach wie vor düster sieht es beim Zahlungsabwickler Wirecard aus. Nicht nur, daß sich irre viele Leerverkäufer auf die Aktie stürzen – das sogenannte „Short Interest“ hat sich um 169 Prozent im Vergleich zum Vormonat erhöht. Nahezu knapp 16 Prozent der gesamten Marktkapitalisierung der Wirecard Aktien sind leerverkauft. Quasi setzt eine gesamte Branche auf einen weiteren Absturz dieses Titels. Mannomann.

Die schlechten ins Kröpfchen, also eher fallende Kurse gilt es für BMW und Bayer zu verzeichnen, ganz schlecht sieht es insbesondere bei 1&1 Drillisch aus. Auch hier reagieren die Shortseller auf fundamentale Daten. Drillisch kann eine als fast schon sicher eingebuchte Zahlung von 85 Millionen abschreiben.

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Börsebius Insidertelegramm: Shortseller Info

Im neuesten Börsebius Insidertelegramm finden Sie ganz aktuell neben den Insideraktivitäten ebenso spannende Informationen auch zu Shortselleraktivitäten.

Welche Unternehmen sind im Visier der Leerverkäufer?
Sie werden staunen…

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Die guten ins Töpfchen, also eher geeignet als Kauf sind die Aktien Continental, HeidelbergCement, MTU Aero Engines sowie ThyssenKrupp. Bei diesen Werten ziehen sich die Leerverkäufer derzeit zurück.

Fazit: Ich liebe Leerverkäufer. Sehr sogar. Sie geben uns Hinweise, die sie uns im Grunde nicht freiwillig geben. Sowas nennt man Kollateralnutzen. Das gefällt mir sehr.

 

Bleiben Sie mir gewogen, ich bin es auch.

Über Anregungen für Themenvorschläge freue ich mich sehr.

Stets, Ihr

Reinhold Rombach

„Börsebius“