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Infineon, was nun? Heute pfui, morgen hui.

Infineon, was nun? Heute pfui, morgen hui.

Was ist bloß mit der Infineon los? Die Aktie hatte in der letzten Zeit echt keinen guten Lauf. Im Juni  notierte der Halbleiterhersteller noch bei 25 Euro, mittlerweile sind es nur mal eben so knapp über 18 Euro. Das klingt nach „Hände weg von der Aktie“. Selbst das renommierte Handelsblatt schrieb noch vor gut zwei Wochen „Infineon laufen die Aktionäre davon“. Ist denn wirklich Gefahr im Verzug?

Zunächst einmal gilt es Ursachenforschung zu betreiben, warum das alles so passiert ist. Manche Markbeobachter fürchten einen dramatischen Abschwung in der gesamten Halbleiterbranche für die nächsten ein bis zwei Jahre und möglicherweise darüber hinaus. Das erklärt im Grunde schon die Zurückhaltung der Investoren oder genauer, den Verfall der Aktienkurse dieser Branche. Also weiß Gott nicht nur bei Infineon. Als anderes krasses Beispiel, wie ein Kurs runter geprügelt wurde, könnte hier auch Nvidia stehen, die von in der Spitze 250 Dollar (Oktober 2018) jüngst auf die Hälfte abstürzte. Also, die Branche ist echt nicht für nervöse Hemden geeignet.

Besonders übel nahm der Markt Infineon den jüngsten Zukauf Siltectra für gut 124 Millionen Euro. Die Kritik ging so, wie könne man nur im Angesicht des kommenden Abschwungs für einen Laden, der nur aus 12 Leuten besteht, so viel Geld quasi aus dem Fenster werfen?

Das ist natürlich dummes Zeug, ich meine, die Kritik wegen Siltectra. Das Dresdner Startup hat nämlich eine Technik zum „Splitten von Siliziumkarbid-Wafern“ entwickelt, mit der die Anzahl der Chips auf einem Wafer verdoppelt werden kann (als Wafer werden die Scheiben bezeichnet, auf denen die Halbleiter entstehen).  Wer hier nicht eine zukunftsweisende kostensparende Technik sieht, ist selber schuld.

Ich will jetzt auch nicht unbedingt auf der Tatsache herumreiten, daß Infineon einen beeindruckenden Jahresabschluß hingelegt hat und sowieso ziemlich gut ausgelastet ist. Das alles ist ja dem Markt bekannt und hilft dem Kurs dennoch nicht. Aber ehrlich gesagt, wundert mich das schon.

Was die Börsianer aber meines Erachtens überhaupt nicht richtig auf dem Schirm haben, ist folgendes. Es ist ja mittlerweile unbestritten, daß die Ära der Elektromobilität längst in vollem Gange ist, erst recht durch die unselige und unsägliche Dieselthematik. Der Umstieg auf E-Autos wird zu einem enorm hohen Chipbedarf führen und wer wird davon profitieren? Ich bin ziemlich sicher, daß Infineon hier zu einem der großen Spieler gehört. Und zu den Gewinnern sowieso.

Fazit: Für mutige Leute ist Infineon die Aktie der Woche. Reiche Ernte winkt. Mein Kursziel ist klar über der Marke von 25 Euro. Eher 30 und mehr. Die Frage ist nur, wann die Lese ist. Das kann bei der Aktie der Woche durchaus noch ein oder zwei Jahre dauern. Und bitte bedenken Sie gleichwohl, daß an der Börse immer alles möglich ist. Auch das Gegenteil.

Bleiben Sie mir gewogen, ich bin es auch.

Über Anregungen für Themenvorschläge freue ich mich sehr.

Stets, Ihr
Reinhold Rombach
„Börsebius“