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Dividendenaristokraten: Gibt es die überhaupt noch?

Dividendenaristokraten: Gibt es die überhaupt noch?

Ach, wie schrecklich. Es war überhaupt keine Kunst in den letzten Wochen und Monaten Werte im Depot zu haben, deren Kursverluste einen die Haare zu Berge stehen lassen. Lufthansa etwa, Wirecard sowieso und wie sich das gehört, gibt es auch eine Liste der Top Verlierer während der Corona Krise.

Die Top Verlierer der Corona Krise

Platz 10: Stabilus (Automobilzulieferer)     minus 49 Prozent

Platz   9: Amadeus Fire (Zeitarbeit)           minus 49 Prozent

Platz   8: Norma Group (Autozulieferer)     minus 50 Prozent

Platz   7: Dt.Euroshop (Einkaufscenter)     minus 53 Prozent

Platz   6: Dt.Pfandbriefbank (Banken)        minus 53 Prozent

Platz   5: Bilfinger (Bau)                              minus 57 Prozent

Platz   4: MTU (Triebwerke)                        minus 59 Prozent

Platz   3: ThyssenKrupp (Stahl)                  minus 59 Prozent

Platz   2: Airbus (Luftfahrt)                          minus 61 Prozent

Platz   1: Ceconomy (Handel)                     minus 63 Prozent

Die Zahlen habe ich mir bei der DZ Bank geklaut und es waren die absoluten Tiefstkurse jeweils vom 19.Januar bis zum 07. April. Seither haben sich manche Kurse ein wenig erholt, sind aber immer noch desaströs.

Die Rettung: Dividendenaristokraten?

In solch einer saublöden Situation sehnen sich viele Anleger nach mehr Seelenbalsam. So auch ein Anrufer dieser Tage, der mich nach Dividendenaristokraten fragte. Ja, die gibt es durchaus. Gemeint sind damit Aktien, die sich über einen langen Zeitraum durch möglichst hohe und sowieso stabile Ausschüttungen auszeichnen,  genau genommen müssen in den letzten 25 Jahren die Dividenden jährlich gesteigert worden sein, um in diese edle Gruppe aufgenommen zu werden.

Ich will das allerdings nicht so genau nehmen mit den 25 Jahren, sondern lege meinen Schwerpunkt auf Werte, denen ich zutraue, die nächsten Jahre durch stetige Dividenden „angenehm“ aufzufallen. Ich fürchte ohnehin, daß nach Covid plus 1, also in einem Jahr, eh nicht mehr viele Unternehmen in dieser Liste stehen werden. Also „Dividendenstars“ geht auch.

Da es nicht jedermanns Geschmack ist, sein Depot mit ausländischen Werten zu füllen, bleibe ich schön brav in Deutschland. Als  Dividendenstars würde ich Fresenius, wie auch Fresenius Medical Care in meinen Favoritenkreis nehmen, ebenso Medtronic, aber auch (wieder) die Deutsche Telekom und die Deutsche Post, Bayer übrigens auch. Gut finde ich nach wie vor die Allianz und die Münchener Rück.

Gleichwohl gilt auch für die Kategorie der Dividendenaristokraten ein Verkehrszeichen mit der Aufschrift „Vorsicht“.

Adidas, Lufthansa und MTW haben bereits vorgemacht, daß gute Dividenden der Vergangenheit heute nichts mehr wert sind.

So bleibt also am Ende die Notwendigkeit des selektiven Vorgehens und der vorsichtigen Herangehensweise. Ein sanftes Ruhekissen bedarf eben dieser Sorgfalt.

Bleiben Sie mir gewogen, ich bin es auch.

Über Anregungen für Themenvorschläge freue ich mich sehr.

Stets, Ihr

Reinhold Rombach

„Börsebius“