Commerzbank pfui, Allianz hui.

Commerzbank pfui, Allianz hui.

Letzten Freitag habe ich Ihnen versprochen, daß ich mich heute mit der Commerzbank beschäftige. Die Gelben haben ja letzte Woche die Märkte beglückt mit einigen spektakulären Nachrichten, die ich aber erst mal verdauen wollte. Soll heißen mir genauer anschauen.

Vorsteuergewinn versiebenfacht, bereinigte Erträge um fünf Prozent gestiegen, der Zinsüberschuss sogar um zehn, Dividendenzahlung sicher. So jubelte vor ein paar Tagen Finanzchef Engels bei der Bilanzpressekonferenz und die Zeitungen druckten das dann schön brav ab.

In der Tat versiebenfachte die Commerzbank ihren Vorsteuergewinn, aber auf unvorstellbar niedriger Basis, quasi siebenfach von nix. Und das auch nur weil die Restrukturierungskosten wegfielen und kaum Risikovorsorge betrieben wurde.

In viel wichtigeren Bereichen wie etwa dem Firmenkundengeschäft wurden indes wichtige Zielmarken gar nicht erreicht, sondern vielmehr nachhaltig verfehlt. Außerdem hat die Commerzbank immer noch ein nachhaltiges Ertragsproblem. Kurzum. Sie ist einfach nicht profitabel.

Die Gelben, immer noch pfui. Also, ich würde mir das mit der Commerzbank und der Frage, kaufe ich sie jetzt, ernsthaft überlegen.

Noch eine Bilanzpressekonferenz. Die Allianz meldet sich zu Wort. Welch ein Unterschied in der Qualität. Seit Jahren verspricht der Versicherer nicht nur, er hält auch das ein, was er prognostiziert.

Die Ertragsziele der letzten drei Jahre wurden rundweg eingehalten. Kein Rumeiern wie bei vielen anderen Finanzinstituten. Allianz hat einfach die operativen Ergebniseinflussgrößen im Griff. Altlasten wie die Krise um Pimco sind gottlob Vergangenheit.

Fazit: Die Allianz gehört – wieder – in jedes gut sortierte Depot. Und zwar auf Dauer und als strategische Position. Als Sorgenfresser für schwierigere Zeiten. Hoffentlich Allianz versichert.

Bleiben Sie mir gewogen, ich bin es auch.
Über Anregungen für Themenvorschläge freue ich mich sehr.

Stets, Ihr
Reinhold Rombach
„Börsebius“