KO für Immobilienaktien?

KO für Immobilienaktien?

Der Juni 2019 könnte als Wendemarke für Wohl und Wehe deutscher Immobilienaktien in die Geschichte eingehen. Zum Monatsbeginn gab es bei sämtlichen börsennotierten Aktien dieser Branche panikartige Verkäufe. Was – um alles in der Welt – war geschehen?

Gnadenlos wurden deutsche Immobilienaktien, die gerade in den letzten Jahren zu den Highflyern der Börse zählten, gerupft. Vor allem „Deutsche Wohnen“ geriet unter die Räder. Aber auch die anderen Titel mussten teilweise drastische Einbußen hinnehmen.

Als Auslöser für die Verkaufswelle kann ganz klar eine Initiative der Berliner Politik ausgemacht werden. Ein Gesetzentwurf für ein Mietengesetz sieht unter anderem vor, Mieten in der Hauptstadt für fünf Jahre zu deckeln.

Gerade für Gesellschaften, deren Geschäftsbereich vor allem auf Berlin ausgerichtet ist, also „Deutsche Wohnen“ und „Ado Properties“ ist das ein schwerer Schlag, sind doch die kalkulierten Mieteinnahmen und eingeplanten Wertsteigerungen nunmehr Makulatur. Ganz klar, daß solche Pläne den Marktteilnehmern an den Finanzmärkten auf den Magen schlagen und für Unruhe sorgen.

Nun gibt es ja auch ein Börsensprichwort, daß politische Börsen kurze Beine haben. Will heißen, wird alles nicht so heiß gegessen wie die ersten Reaktionen auf politisch motivierte Nachrichten vermuten lassen.

Ob das allerdings auch zum Thema Immobilienaktien gilt, vermag ich aus heutiger Sicht (noch) nicht zu sagen. Immerhin stützt ja das sehr, sehr niedrige Zinsniveau gerade Aktien von börsennotierten Wohnungsgesellschaften. Das sollte auch in Zukunft eigentlich so sein. Eigentlich…

Je mehr sich allerdings die politische Großwetterlage in Deutschland in Richtung rot-rot-grün verschiebt, umso mehr ist damit zu rechnen, daß die eine oder andere lockere Zunge in Sachen Mietenstopp für erneute Aufregung sorgen könnte.

Sicher ist nur eines: Der Markt ist angeschlagen. Ziemlich sogar. Da ist es nicht auszuschließen, daß es auch zukünftig Börsentage gibt, an denen es für Immobilienaktien heißt „Land unter“.

Bleiben Sie mir gewogen, ich bin es auch.

Über Anregungen für Themenvorschläge freue ich mich sehr.

Stets, Ihr
Reinhold Rombach
„Börsebius“